Neue Richtlinie für die Sportlerehrung

Neue Richtlinie für die Sportlerehrung

17.11.2020

Sonderregeln für die Faustballer
Nach NWZ - Ulrich Suttka

GROSSENKNETE Die neue Richtlinie der Gemeinde Großenkneten für die Förderung des Sports und der Jugendarbeit soll rückwirkend zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Die Neufassung betrifft die Ehrung von erfolgreichen Sportlerinnen und Sportlern.


Die Änderung fällt in eine Zeit, wo es kaum mehr etwas zu ehren geben dürfte. Seit März ist das Sportjahr 2020 wegen der Corona-Pandemie aus dem Tritt gekommen. Gleichwohl hat die Änderung im Schul- und Sportausschuss für einige Diskussionen gesorgt, denn sie betrifft hauptsächlich eine Sportart: Faustball.

Bei dieser Ballsportart ist mit dem Ahlhorner SV einer der erfolgreichsten Vereine der Republik in der Gemeinde beheimatet. Das hat oft zu einer Vielzahl von Ehrungen für die Faustballer geführt. In der Vorlage der Verwaltung heißt es dazu: „In den vergangenen Jahren ist deutlich geworden, dass inzwischen die Voraussetzungen für Ehrungen zwischen den einzelnen Sportarten sehr ungleich sind. Auffällig ist insbesondere eine Ungleichheit gegenüber dem Faustballsport.“

Niveau angleichen
„Um das Niveau der Ehrungen anzugleichen und den Ehrungen in der Zukunft eine höhere Bedeutung zu geben“, so die Vorlage, wurde daher die Anpassung der Richtlinie vorgeschlagen. Ergebnis: eine Vielzahl von Sonderregelungen für die Faustballer. Wird die Ehrennadel in Gold generell für den ersten Sieg bei einer Deutschen Meisterschaft vergeben, erfolgt das beim Faustball künftig erst beim fünften DM-Titel. Weiteres Beispiel: die dritte Norddeutsche Meisterschaft (beim Faustball die achte), die fünfte Niedersachsen-Meisterschaft (beim Faustball die zehnte). Vergleichbar sind die Regelungen für die silberne Ehrennadel. Sie gibt es beispielsweise künftig für den 2. und 3. Platz bei einer DM (beim Faustball den ersten Platz).

Die Goldnadel gilt künftig für die Teilnahme an Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften sowie die World Games (letzteres ein Vorschlag der FDP). Astrid Grotelüschen (CDU) störte sich besonders an der neuen Regelung bei der Berufung in Nationalmannschaften. Für alle Sportarten soll sie beim ersten Mal gelten, bei den Faustballern erst bei der fünften Berufung, „Das ist ein Leistungsanreiz, der am Anfang sein sollte“, so Grotelüschen. Daher hielt sie es für ein „unheimlich wichtiges Signal“, gleich beim Eintritt ins Nationalteam zu ehren. Mit diesem Wunsch überzeugte sie die Ausschussmehrheit, die ansonsten an den Änderungen festhielt.

Skepsis beim ASV
Vereinsvertreter Andreas Krems, Vorsitzender des Ahlhorner SV, machte deutlich, dass er nicht glücklich mit den neuen Vorgaben ist. Er bat die Politik „sehr zu überlegen, ob das sinnvoll ist, die Faustballer zu benachteiligen“. Er erinnerte an die jahrzehntelangen Erfolge der ASV-Abteilung und die sehr gute Jugendarbeit, aus der auch immer wieder ehrenamtliche Trainer und Betreuer gewonnen würden.

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