Deutscher Meister

Deutscher Meister

06.09.2020

Auf dem Feld einfach nicht zu schlagen
Nach NWZ - Michael Hiller
KELLINGHUSEN /AHLHORN Erst war es eine ungewöhnliche Saison, dann eine besondere DM-Endrunde – und am Ende feierten doch wieder dieselben Mannschaften: Bei der Deutschen Meisterschaft im Feldfaustball verteidigten am Wochenende die Frauen des Ahlhorner SV und die Männer des TSV Pfungstadt ihren Titel.


„Ich kann es gar nicht glauben“, rang Ahlhorns Mannschaftsführerin Imke Schröder nach dem dramatischen Finale gegen den TSV Dennach nach Worten. Der Weg zur Goldmedaille war für ihr Team ein richtig hartes Stück Arbeit - mit Höhen und Tiefen und dann einem Finale auf Top-Niveau!

• Das Halbfinale
Ahlhorner SV - VfL Kellinghusen 3:2 (11:7, 4:11, 11:6, 5:11, 11:7). Das Halbfinale gegen die DM-Gastgeberinnen am Samstag wurde für den ASV und seine mitgereiste Fangruppe zu einer sportlichen Achterbahnfahrt. Nach einem optimalen Start im ersten Satz und einer 5:0-Führung ließ Ahlhorn den Gegner zwar wieder ins Spiel kommen (5:5), behielt am Ende aber die Oberhand. Im zweiten Durchgang stand es schnell 2:5 aus ASV-Sicht. Spielertrainer Janna Köhrmann nahm eine Auszeit und brachte im Angriff Nina Löschen für Tokessa Köhler-Schwartjes und später Julia Weber für Imke Schröder. Gefährlich werden konnte der ASV den Gastgeberinnen aber nicht mehr. Die Partie blieb umkämpft, auch in den Sätzen drei und vier wechselten sich die Teams mit dem Gewinnen ab, so dass der Entscheidungssatz her musste. Hier war Ahlhorn wieder zur Stelle. In der Startformation mit Schröder und Köhler-Schwartjes im Angriff, Köhrmann in der Mitte sowie Michaela Grzywatz und Jordan Nadermann in der Abwehr macht der ASV über 6:3 den Finaleinzug perfekt.

• Das Endspiel
Ahlhorner SV - TSV Dennach 3:2 (11:8, 12:10, 7:11, 10:12, 11:8). Zum fünften Mal in Folge stand der ASV im Endspiel einer Deutschen Feldmeisterschaft und traf hier am Sonntagmittag auf den TSV Dennach. Und die Norddeutschen legten los wie die Feuerwehr. Im ersten Satz verteidigte das ASV-Quintett eine schnelle 3:0-Führung bis zum Schluss. Auch den umkämpften zweiten Satz entschied der Titelverteidiger für sich. In der Verlängerung holte Schröder den entscheidenden Punkt zum 12:10 mit einem raffinierten kurzen Angriffsball.

Jetzt fehlte dem ASV nur noch ein Satz zum erneuten Titelgewinn – doch diesen wollte Dennach nicht zulassen. Der TSV um Nationalspielerin Sonja Pfrommer drehte nun auf, brachte einen ständigen Vorsprung im dritten Satz ins Ziel. Danach setzte strömender Regen ein. Dennach schien damit zunächst besser klarzukommen und erzwang in der Regenschlacht, die von vielen direkten Angabenpunkten geprägt war, den fünften Satz. Dieser war an Spannung nicht zu überbieten. Beim 7:8 lag Ahlhorn noch knapp zurück, holte sich dann aber drei Punkte. Eine zu lange Angabe von Pfrommer beendete das Finale, ehe im ASV-Team Riesenjubel ausbrach.

• Die Reaktionen
Die Freude nach dem erneuten DM-Titel war bei den Ahlhornerinnen riesig. „Wir sind einfach ein Team“, sagte Imke Schröder und nannte noch ein Erfolgsrezept: „Wir frühstücken morgens immer ganz gut zusammen.“ Janna Köhrmann hatte weitere Faktoren für den Erfolg ausgemacht. „Imke Schröder hat bei uns im Angriff gerade am Sonntag gezeigt, was sie kann. Gerade im Finale hat sie mit ihrer großen Willenskraft den Unterschied ausgemacht“. Tolle Leistungen attestierte sie auch den beiden jüngsten Spielerinnen im Team, Tokessa Köhler-Schwartjes (19) und Jordan Nadermann (16). Gerade die 16-Jährige überzeugte in der Abwehr, wo sie aufgrund des Fehlens von Sarah Albrecht sogar in die Startformation rutschte. „Die Aufregung war auf jeden Fall groß“, gab die 16-Jährige hinterher zu.

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