27.07.2010 – Nach Wildeshauser Kreiszeitung: Wildeshausen - AHLHORN (him) · Jetzt hat Deutschland doch noch seine Weltmeister – und gleich vier davon kommen vom Ahlhorner SV! Celina Minx, Sarah Reinecke, Tim Albrecht und Kevin Wiese sicherten sich gestern mit den deutschen U 18-Nationalteams in Lloret de Mar die WM-Titel im Faustball.
Nachdem die deutschen Mädchen ihr Endspiel gegen Österreich überraschend glatt mit 3:0 gewonnen hatten, bezwangen die Jungen in einem packenden Finale Brasilien nach Satzrückständen mit 3:2, verteidigten ihren Titel und machten das „Doppel-Gold“ perfekt.
Vier Weltmeister vom Ahlhorner SV: Tim Albrecht, Sarah Reinecke, Celina Minx und Kevin Wiese (v.l.).
Vier Weltmeister vom Ahlhorner SV: Tim Albrecht, Sarah Reinecke, Celina Minx und Kevin Wiese (v.l.).
Der Jubel der Weltmeister kannte keine Grenzen. „Uns hat nichts mehr gehalten“, versuchte Celina Minx, die Stimmung wiederzugeben – Freudentränen und -tänze wechselten sich ab, „wir sind aufeinander zugestürmt, es war einfach riesig“, sagte die Angreiferin. Einen weiteren Grund zur Freude gab es für ihre Ahlhorner Mannschaftskameradin Sarah Reinecke, die nach den Finalspielen zur besten Abwehrspielerin des Turniers gekürt wurde. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte Sarah Reinecke.
Dabei hatten die deutschen Mädchen in der Vorrunde gegen Österreich nach hartem Kampf in einer spektakulären Begegnung noch hauchdünn in drei Sätzen den Kürzeren gezogen (12:10, 14:15, 10:12). Zum Gruppensieg und dem direkten Finaleinzug reichte es für Celina Minx, Sarah Reinecke und Co. anschließend zwar nicht mehr, doch die Zweisatzerfolge Italien (11:1, 11:6) und Brasilien (11:2, 11:5) sicherten die Teilnahme am Halbfinale. Hier kam es zum zweiten Duell gegen die Schweiz – und erstmals wurde auf drei Gewinnsätze gespielt. Mit einer konzentrierten Leistung gelang es Deutschland, den Gegner mit 3:1 in die Knie zu zwingen (11:7, 12:10, 9:11, 11:6). Den ersten Matchball nutzte Celina Minx mit einem platzierten Angriffsschlag.
„Vor dem Finale standen wir unter Spannung“, verriet Celina Minx vor der Revanche gegen Österreich. Ein überraschend deutliches 3:0, bei dem das Ahlhorner Duo durchgehend auf dem Feld stand, bescherte den deutschen Mädchen die Goldmedaille (11:9, 14:12, 11:6).
Der Umweg über das Halbfinale blieb den deutschen Jungen erspart. Sie qualifizierten sich direkt für das Endspiel, nachdem sie auch am Freitag und Sonnabend gegen Namibia (5:11, 11:6, 11:5) und Brasilien (11:9, 11:5) ungeschlagen blieben. Benötigten die Deutschen gegen die Afrikaner mehr Mühe als erwartet, so fiel der anschließende Erfolg gegen den Mitfavoriten aus Südamerika überraschend deutlich aus. Dass mit den Brasilianern aber weiterhin zu rechnen war, bewiesen diese anschließend mit ihrem Halbfinalsieg gegen die Schweiz, so dass Deutschland im Kampf um WM-Gold noch einmal auf die Faustball-Künstler vom Zuckerhut traf. „Wir sind schlecht ins Spiel gekommen und hatten vor allem auf der Spielfeldseite mit Gegenwind große Probleme“, erklärte Tim Albrecht, warum sein Team mit 1:2 nach Sätzen zurücklag. „Wir haben aber an uns geglaubt und uns zurückgekämpft“, erläuterte Kevin Wiese das Erfolgsrezept der Mannschaft, die am Ende immer sicherer wurde, während sich bei Brasilien die Fehler häuften. Endstand: 1:11, 11:9, 7:11, 11:2, 11:6.