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Frauen 06.06.2010

07.06.2010 – Schwitzen für den großen WM-Traum Faustball Frauen-Nationalmannschaft trainiert in Ahlhorn Vier Akteurinnen aus dem Landkreis sind weiterhin dabei. von Christoph Bähr (Nordwest-Zeitung)


Ahlhorn - Der Schweiß floss in Strömen auf den Faustball-Plätzen in Ahlhorn. Während die Sonne erbarmungslos vom Himmel brannte, quälten sich 16 Faustball-Nationalspielerinnen von Donnerstag bis Sonntag für ihren großen Traum: die Weltmeisterschaft im November in Chile. Die Bundestrainerinnen Sabine Carle und Silke Eber hatten erstmals im WM-Jahr ihren kompletten Kader zum Lehrgang geladen. Besonders die Athletik und Fitness der Spielerinnen nahmen sie genau unter die Lupe. Am Ende der vier Tage fällten sie dann eine schwierige Entscheidung: Sandra Mundt (SV Moslesfehn) und Bettina Berning (TV Eibach) wurden aus dem Kader gestrichen.

„Das war alles andere als leicht. Wir mussten für die beiden leider den Traum platzen lassen“, sagte Trainerin Silke Eber. Zur WM dürfen schließlich nur zehn Akteurinnen mitfahren. Vier Nationalspielerinnen aus dem Landkreis können weiter von den Titelkämpfen in Chile träumen. Janna Meiners, Annika Lohse und Sabine Ansel vom Ahlhorner SV sowie Sabrina Ahrens vom SV Moslesfehn haben den Lehrgang überstanden.

Internationale Erfahrung
„Diese vier Spielerinnen haben mittlerweile alle internationale Erfahrung und stehen zurecht im Kader der Nationalmannschaft. Es kommt nicht von ungefähr, dass Ahlhorn und Moslesfehn derzeit bei den deutschen Meisterschaften so dominant auftreten“, lobte Silke Eber die Faustball­erinnen aus dem Landkreis. Einen Freifahrtschein zur WM habe dennoch niemand.

Also wird bei den drei Ahlhornerinnen und der einen Moslesfehnerin noch viel Schweiß fließen. Anfang Juli findet der nächste Lehrgang in der Sportschule Oberwerth statt, Anfang August nimmt die Nationalmannschaft an einer Turnierserie in der Schweiz teil und am 15. August wird dann der zehnköpfige WM-Kader benannt.

Für die WM-Teilnahme arbeiten alle Nationalspielerinnen auch außerhalb des regulären Trainings hart. Sie haben Trainingspläne bekommen, die sie zusätzlich zum normalen Vereinstraining abarbeiten. Dabei geht es insbesondere um Konditions- und Krafttraining. Die Zusatzbelastung durch die Nationalmannschaft sei manchmal schwer mit dem Beruf vereinbar, sagt Sabine Ansel. „Für eine WM-Teilnahme lohnen sich diese Mühen aber allemal“, ist die Abwehrspielerin überzeugt.

Welch hohe Anforderungen an die Faustball-Nationalspielerinnen gestellt werden, macht auch das Programm das Lehrgangs in Ahlhorn deutlich. Nachdem das Team sich am Donnerstag getroffen hatte, stand gleich das erste Training an. Am Freitag und Sonnabend folgten jeweils zwei weitere Einheiten pro Tag, am Sonntag ein Abschlussturnier. „Die Athletik ist für uns wichtig. Außerdem stehen balltechnische Übungen und die spielerische Komponente im Mittelpunkt“, erklärte Silke Eber die Schwerpunkte des Lehrgangs. Sie wolle erkennen, welche Akteurinnen als Team zusammenpassen. „Es geht nicht darum, nur die besten Einzelspielerinnen zu nominierten. Die Mannschaft muss funktionieren“, so Eber.


Neuer Fitnesstest
Zusätzlich zum normalen Training absolvierten die Spielerinnen am Freitagabend in der Großenkneter Sporthalle einen Fitnesstest – eine Neuerung in der Nationalmannschaft. Unter anderem wurden die Schnellkraft, die Sprintfähigkeit und die Ausdauer überprüft. „Mit diesen Tests wollen wir zukünftig ab der U-18-Auswahl die Entwicklung der Nationalspielerinnen genau verfolgen können“, erläuterte Silke Eber.

 
Die Bundestrainerin war mit dem Lehrgang und insbesondere den Bedingungen in Ahlhorn sehr zufrieden: „Wir waren letztes Jahr schon hier, weil wir in Ahlhorn optimale Begebenheiten vorfinden. Zudem haben wir im Gasthof Kempermann eine schöne Unterkunft nah am Trainingsgelände.“

Den Leistungsstand der Mannschaft schätzt Silke Eber als hoch ein. Für die WM im November gibt sie sich daher optimistisch: „Obwohl wir Titelverteidiger sind, gebe ich die Favoritenrolle gerne an Österreich und Brasilien ab. Diese Nationen sind etwas stärker als wir. Deutschland ist aber ein Medaillenkandidat und vielleicht können wir sogar den Titel holen.“

 

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