23.05.2010 – Beach-Faustball auf Baltrum Wieder einmal trafen wir uns vor dem Hause Meiners. Wieder einmal dachten wir, alles Gepäck super verladen zu haben. Und, wieder einmal kamen die mit den größten Koffern zum Schluss, so dass wir die Busse noch einmal neu laden mussten.
Na ja, unser Gepäck haben wir dann am 12.05. noch trocken verladen bekommen, doch auf der Fahrt nach Neßmersiel hat es dann doch ziemlich geregnet. Wir sahen uns schon Wasserball spielen, statt Beach-Faustball …
In Neßmersiel angekommen haben wir dann das gesamte Gepäck in den blauen Bus gequetscht, denn der weiße Bus musste zurück nach Ahlhorn. Okay, ein Bus also weg, der andere randvoll mit Gepäck, bescheidenes Wetter und weit und breit keine Fähre in Sicht, da wir ewig zu früh dran waren. Wind um die Nase wehen lassen ist ja ganz witzig, aber irgendwie war es ziemlich kalt. Also sind wir dann in den Warteraum und haben unsere Provianttaschen geplündert. Da kamen so einige Leckereien zum Vorschein. Also, wenn wir denn auf Baltrum schon frieren würden, hungern brauchten wir wenigstens nicht. Unsere Mütter hatten gut vorgesorgt!
Dann kamen endlich die Container für das Gepäck. Also, alles raus aus dem Bus und rein in den Container. Irgendwie fürchteten wir schon, dass unser Gepäck woanders landen würde als wir. Zumal wir nun nicht mehr darauf aufpassen konnten. Aber egal, zurück in den Warteraum. Nur leider war der inzwischen anderweitig belegt und wir mussten auf dem Flur stehen. Und immer noch keine Fähre in Sicht. Jetzt viel uns dann auch ganz plötzlich ein, dass sich niemand die Container-Nummer gemerkt hatte. Hilfe, unser Gepäck!
Endlich kam die Fähre. Wir waren doch so aufgeregt. Und es dauerte so lange, ehe die Fahrgäste aus Baltrum ausgestiegen waren. Und dann durften wir endlich an Bord gehen. Lange Zeit verging vor dem Ablegen, denn die vielen Container, die am Anleger standen, mussten ja alle verladen werden. Hoffentlich auch wirklich alle! Unseren konnten wir leider nicht entdecken.
Und los ging die Seefahrt. Wir waren bester Laune, da konnte uns auch der leichte Nieselregen nicht schocken. Die Fahrt schien unendlich lange zu dauern. Dann legte die Fähre an und wir durften aussteigen. Zuvor bekamen wir alle von Edda Fährscheine, mussten diese sogleich abknipsen lassen und dann bei Sandra wieder abgeben. Eh, was sollte das jetzt? Die Erklärung war einfach. Die Fährscheine benötigten wir noch für die Rückfahrt und daher wollte Edda alle gemeinsam in Verwahrung nehmen. Nun gut, uns interessierte nun auch mehr die Insel. Wie sollte die Unterkunft wohl sein? Uns war zuvor mitgeteilt, dass wir im Museum übernachten. Nachts im Museum – irgendwie gruselig, oder?
Zuvor mussten wir allerdings quer über die Insel laufen und uns in der Mehrzweckhalle melden. Wir hatten nicht gedacht, dass Baltrum so groß ist. Zumindest kam uns der Weg zur Halle reichlich weit vor. Unterwegs sahen wir schon Schilder „Museum“, also sollte unsere Unterkunft leicht zu finden sein. Auch einen ersten Blick auf das Schwimmbad, unsere abendliche Duschgelegenheit, konnten wir erhaschen. Den Strand sahen wir leider nicht. Erstens war es dunkel und zum zweiten waren Deiche und Dünen im Weg. Aber hören konnten wir die Wellen. Bei dem Wind auch kein Wunder! Und kalt war es. Beach-Faustball in Neopren-Anzug und Winterjacke? Winterjacken hatten wir ja alle mit, aber woher sollten wir die Neopren-Anzüge bekommen?
Versteckt in den Dünen lag die Mehrzweckhalle. Dort angekommen sagte man uns, wir würden im Museum erwartet werden. Und warum waren wir dann bis zur Mehrzweckhalle marschiert? Oh nein, den ganzen Weg noch mal zurück. Uns kam es so vor, als müssten wir wirklich bis ans andere Ende der Insel. Endlich tauchte das Museum vor uns auf. Aber da wartete niemand. Und dunkel war es auch. Und gruselig! Wir sind einmal rundherum gelaufen und haben in die Fenster geschaut. Da sollten wir übernachten – nein, das ging ja gar nicht! An der Hintertür begegnete uns dann eine Frau, die uns mitteilte, im Museum könnten wir nicht übernachten. Ja wie, und wo dann? Rasch konnte geklärt werden, dass mit „Museum“ in unserem Fall nicht das Museum, sondern das Nationalpark-Haus gemeint war. Und das lag, wie sollte es auch anders sein, direkt am Hafen!
Okay, dann also auf zum Nationalpark-Haus. Und siehe da, da stand dann auch unser Gepäck-Container. Im Dunkeln ausladen war ziemlich chaotisch, denn niemand wollte das Gepäck des anderen tragen und irgendwie passten die Gepäckstücke, die Edda und Sandra uns in die Hand drückten nicht zur jeweiligen Person. Schließlich gelang es doch irgendwie alle Gepäckstücke ins Haus und dort in das Obergeschoss zu bekommen und wir konnten im großen Ausstellungsraum anfangen, unser Matratzenlager aufzubauen. Unsere Betreuer hatten sich schon vorher in den Nebenraum verzogen. Aber, wir schafften es auch ganz alleine den Raum in ein totales Chaos zu verwandeln! Zum Schluss wusste wohl keiner mehr, was jetzt zu wen gehörte. Aber, Matratzen und Schlafsäcke konnten zugeordnet werden, so dass wir um 23:00 Uhr endlich fertig waren. Und dann sollten wir doch tatsächlich schon schlafen! Das ging ja gar nicht! Und siehe da, ausgerechnet die von uns, die sonst so still sind haben uns noch lange wach gehalten und unterhalten …
Am Donnerstag wurden wir doch tatsächlich schon um 07:00 Uhr geweckt. Schließlich sollten wir ab 10:00 Uhr spielen. Dem mühsamen Aufstehen folgte eine Katzenwäsche, da es nur 2 kleine Waschbecken gab. Zum ersten Mal konnten wir nun bei Tageslicht unsere Unterkunft begutachten. Und die war echt cool! Danach dann wieder der Marsch über die Insel zur Mehrzweckhalle, denn nur dort gab es Frühstück. Uns wurde als Grundbedingung gleich mitgeteilt, dass alle Mahlzeiten gemeinsam in der Mehrzweckhalle eingenommen werden. Die Ausrede „kein Hunger“ zog nicht, wir mussten uns trotzdem alle dort einfinden. Das Frühstück bestand aus pappigen Brötchen, Käse, Wurst, Marmelade und Schokocreme. Zum Trinken gab es Kakao, Zitronentee und Kaffee. Irgendwie war das den weiten Weg nicht wert. Und dann der Super-Gau. Kein Faustball – wegen Wind! Neuer Termin war 14:00 Uhr. Also, zurück zur Unterkunft, Klamotten wegbringen und dann ein Streifzug über die Insel. Mit unserem Marsch „ Und eins, und zwei, und drei und vier, ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm …“ haben wir die halbe Insel unterhalten. Und „Eins, zwei, drei im Sauseschritt …“ war auch ganz witzig. Unseren Frühsport haben wir also erfolgreich absolviert und gleichzeitig für Erheiterung gesorgt. Danach wieder zur Unterkunft und die Faustballsachen holen. Und wieder quer über die Insel zur Mehrzweckhalle zum Mittag. Es gab das Gleiche wie zum Frühstück. Wie einfallsreich! Naja, dann endlich Faustball spielen. Es war saukalt. Aber, mit Schuhen spielen ging nicht. Also dann auf Socken. Nur leider waren die ziemlich schnell durchgeweicht. Auch nicht die Superlösung. Die T-Shirts über den Trikots blieben an, ebenso wie die langen Hosen. Warm spielen klappte bei dem Wind und den Temperaturen irgendwie nicht wirklich. Aber, am Horizont zog langsam ein Streifen blauen Himmels auf, der zusehends näher kam und schon bald die Insel erreichte. Rasch schien die Sonne und es wurde richtig warm. Jetzt machte das Spielen im Sand Spaß! Auch wenn wir uns über die eine oder andere Mannschaftsaufstellung unserer Gegner ärgerten, war die Veranstaltung richtig toll. Zum Abschluss ging es dann in Schwimmbad zum Duschen und danach wieder in die Mehrzweckhalle zum Abendessen. Es gab Schnitzel, welch Glück! Danach durften wir ohne Betreuer den Abend verbringen, allerdings mussten die 12-14 Jährigen schon um 22:00 Uhr in der Unterkunft sein. Die 15-16 Jährigen dagegen durften bis 24:00 Uhr wegbleiben. Aber egal, die Unterhaltung war uns, wie schon am Abend zuvor, sicher. Denn nach dem Genuss einer ganzen Flasche Cola hat Janina uns hervorragend lange unterhalten! So waren wir dann auch noch lange munter, nachdem auch die Letzten wieder in der Unterkunft eingetrudelt waren.
Am Freitag dann wieder früh aufstehen und die gleiche Prozedur wie am Vortag. Nur war diesmal Spielbeginn wirklich um 10:00 Uhr. Für den Nachmittag stand dann Sonnen oder Schwimmen auf dem Programm. Das Abendessen war ziemlich mies. Weder die Frikadellen noch die Schaschlik waren sehr appetitlich. Wenigstens die Pommes waren gut, aber leider Mangelware. Also haben wir die Halle ziemlich schnell wieder verlassen. Auf die Fete hatte keine von uns Bock. Es galten die gleichen Rückkehrzeiten wie am Vortag. Also wollten wir lieber gleich in der Unterkunft bleiben. Nur Susa und Thomke sind wieder losgezogen. Allerdings erzählten sie vorher noch, dass sie bereits am Vortag wegen der Zeitvorgabe ausgelacht worden waren. Da unsere Betreuer auch unterwegs waren, hatten wir sturmfreie Bude. Das nutzen wir, um uns Gruselgeschichten zu erzählen. Als es dunkel wurde, wurde es richtig unheimlich. Eigentlich waren wir ein bisschen froh, als unsere Betreuer zurück kamen. Dann mussten wir schließlich alle auf Toilette. Da sich keiner mehr alleine nach unten traute, beschlossen wir, alle gemeinsam zu gehen. Carolin, als Mutigste von uns, ging voran. Unten angekommen kreischte Carolin plötzlich los. Es polterte, das Licht ging aus und wir purzelten übereinander die Treppe hinauf. Oben angekommen erzählte Carolin, da hätte unten gerade jemand zum Fenster rein gestarrt. Deshalb habe sie sich so fürchterlich erschrocken. Aber das erklärte natürlich nicht das Poltern und auch nicht das Ausgehen des Lichtes. Sollte es in unserer Unterkunft spuken? Nach den ganzen Gruselgeschichten haben wir fast daran geglaubt! Unsere Betreuer sind dann nach unten und konnten auch das Poltern und das ausgehende Licht klären. In unserer Panik ist jemand an einen Bilderrahmen gestoßen, dieser ist runtergefallen und hat dabei den Lichtschalter getroffen. So weit, so gut. Aber an Schlafen war natürlich nicht zu denken. Für uns zumindest nicht. Unsere Betreuer zeigten sich da wenig beeindruckt. Allerdings merkten sie dann doch, dass um 01:00 Uhr noch immer 2 von uns fehlten! Aber auch die trudelten bald ein – natürlich war die verkehrt gehende Uhr schuld. So langsam aber sicher beruhigten wir uns und schliefen irgendwann ein.
Am letzten Tag durften wir tatsächlich bis um 08:00 Uhr schlafen. Dann wieder ab zum Frühstück. Danach Koffer packen und das Chaos beseitigen. So verging der letzte Vormittag auf Baltrum. Gegen Mittag kam dann der Container und wurde beladen. Danach noch eine Foto-Session und ein wenig umherstreifen auf der Insel. Um 14:00 Uhr fuhr dann die Fähre zurück nach Neßmersiel. Die Rückfahrt ging schneller als die Hinfahrt! Am Anleger warteten schon beide Busse und wir konnten den Rückweg antreten. Irgendwie waren wir sehr ruhig und müde!
Aber fest steht, bei den nächsten Beach-Spielen sind wir wieder dabei. Und in unserem „Museum“ übernachten wir auch sehr gerne wieder.