08.03.2010 – ,,Faustball wird oftmals als Altherren-Sport verkannt" Ahlhorns Nationalspielerin Janna Meiners freut sich auf die DM in Heidkrug Der dritte deutsche Hallentitel in Folge spielt für die 28-Jährige eine wichtige Rolle. Die Schüler sind stolz auf ihre erfolgreiche Lehrerin. Von Klaus Erdmann (Delmenhorster Kreisblatt)
Delmenhorst. Janna Meiners kämpft nicht ,,nur" während ihrer sportlichen Auftritte, sondern präsentiert sich auch abseits des Spielfeldes sehr engagiert und setzt sich mit Nachdruck für ihre Sportart ein. ,,Faustball ist ein toller Mannschaftssport, wird aber oftmals als Altherren-Sport verkannt", sagt die Spielerin des Ahlhorner Sportvereins, die als Lehrerin an der Hauptschule des Delmenhorster Schulzentrums West arbeitet.
Meiners kann sich zweifelsohne ein Urteil erlauben, denn sie verweist auf mittlerweile 42 A-Länderspiele, ist Weltmeisterin, mehrfache Europa- und vielfache deutsche Meisterin. Eine imponierende Visitenkarte.
Den (vorerst) letzten Titel führte sie ihrer stolzen Sammlung am letzten Wochenende zu, als sich die Ahlhornerinnen mit dem 3:2 über den Landkreisrivalen SV Moslesfehn den dritten Hallentitel in Serie zu sichern vermochten (,,Ein solch spannendes Spiel habe ich selten erlebt"). Entwickelt sich da langsam Routine? ,,Über diese Meisterschaft habe ich mich mit am meisten gefreut", antwortet die 28-Jährige. ,,Schließlich muss man sich immer wieder neu motivieren und nach der - für unsere Verhältnisse - schlechten Feldsaison sind wir schon klein geredet worden."
Janna Meiners, die unmittelbar nach ihrer Geburt beim Ahlhorner SV angemeldet wurde, gehört einer echten Faustball-Familie an. Bereits als Kind verbrachte sie viel Zeit auf Plätzen ,,in ganz Deutschland" und eine andere Sportart besaß in ihrer Gunst nicht wirklich eine echte Chance. ,,Ich habe früher 'mal kurz Tennis gespielt", erinnert sie sich. ,,Aber dieser Sport stand nie ernsthaft zur Debatte." Anderenfalls hätte im Hause Meiners vermutlich der Familienrat getagt...
Wenn sie nach den Vorteilen des Faustballs gefragt wird, gerät sie in Schwärmen: ,,Der familiäre Gedanke spielt eine wichtige Rolle. Es entstehen Verknüpfungen, innerhalb Deutschlands und international." Ferner fallen Begriffe wie ,,fair", ,,engagierte Leute" und ,,soziale Kontakte".
Natürlich weiß Meiners, dass es sich um eine ,,Randsportart" handelt. Eine Tatsache, die die engagierte junge Frau betrübt: ,,An den Unis und Schulen müsste dieser Sport den jungen Leuten näher gebracht werden."
Apropos: Den Verantwortlichen ,,ihrer" Hauptschule West (,,Meine Hauptfächer sind Sport und Deutsch, aber als Klassenlehrerin einer sechsten Klasse unterrichte ich auch andere Fächer") ist Meiners dankbar: ,,Die Schulleiter Ingrid Shigo und Manfred Gliese zeigen viel Verständnis und unterstützen mich, wenn ich beispielsweise Sonderurlaub für Spiele der Nationalmannschaft benötige."
Sind die Schüler stolz auf ihre Lehrerin? Die Gesprächspartnerin antwortet nicht mit ,,ja", berichtet jedoch lächelnd: ,,Sie kommen zu den Spielen, schneiden Zeitungsberichte aus und informieren sich im Internet". Keine weiteren Fragen zu diesem Thema.
Bei der Deutschen Meisterschaft in Heidkrug (18./19. September) seien ihre Schüler sicherlich anwesend. Janna Meiners freut sich auf dieses Event und betont: ,,Ich hoffe, dass diese Sportart in der Umgebung stärker anerkannt wird und sich viele Jugendliche dafür interessieren."