02.02.2010 – Pappnasen I: Alles beim Alten? Zur aktuellen Situation in der Frauen-Bundesliga und zur Hallen-DM am 27./28. Februar 2010 Ist das nicht langsam langweilig? Wieder nehmen die gleichen Pappnasen an der DM teil wie eh und je! Wieder die Mossis - und gar wieder als Gastgeber - und wieder wir und fast wieder Schneverdingen! (Horst Strömer)
Gut, auf dem Papier hat sich mit dem Männer-Traditionsverein Westfalia Hamm nun doch ein Newcomer (ein nomineller Aufsteiger gar) in das Spitzentrio der Frauen-Bundesliga geschlichen. Aber wer spielt denn bei den Westfalen? Ina Pannewig und Petra Schmitthuysen, die Garanten der jahrelangen Erfolge des TV Jahn Schneverdingen und des TV Voerde also - insofern tatsächlich auch hier die alten Pappnasen!
Aber Karnevalsvereine werden deswegen noch lange nicht auflaufen, am 27./28. Februar 2010, wenn der SV Moslesfehn erneut die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft ausrichten wird. Denn es ist keineswegs mehr „alles beim Alten“! Zumindest die Mossis haben in den letzten Jahren zu unserer Truppe aufgeschlossen und agieren wie fast auch schon Westfalia Hamm längst „auf Augenhöhe“. Zur Begründung stöhnt der ASV-Fan: „Was waren das für enge Begegnungen, wann immer wir kürzlich auf die Nachbarn vom Kanal trafen.“
Auch aus Süddeutschland blitzen Veränderungen in die nördlichen Gefilde herauf: Der TSV Dennach hat sich zwar bereits als Southern Shooting Club einen Namen gemacht, doch scheint das junge Team auch mehr und mehr an Erfahrung und mannschaftlicher Geschlossenheit zuzulegen. Es hat den TV Bretten jenseits des Mains längst vom Platz an der Sonne verdrängt, und was TuS Aschaffenburg-Damm bereits zu leisten in der Lage ist, vermögen wir Nordlichter auch nicht mit letzter Sicherheit einzuschätzen. Immerhin hat die Truppe mit dem seltsamen Namen als Aufsteiger auf Anhieb den Durchmarsch zur DM geschafft. Leider steht in der Südliga noch ein Nachholspieltag zwischen Bretten, Niedernhall und Käfertal an, sodass das DM-Teilnehmerfeld noch nicht ganz eindeutig feststeht. Wir wagen zu tippen: Unsere Gruppengegner werden aus Bretten und Hamm kommen, in der - evtl. etwas leichteren - Parallelgruppe werden die Mossis es mit Dennach und Aschaffenburg zu tun haben.
Schließlich gilt auch in Eddas Team selbst: Veränderung ist angesagt! Sieht man einmal von der Rückkehr unserer lieben, stets souveränen Sabine Ansel ab, so lässt sich statt Wechsel auch drastische Verjüngung schreiben; denn mit Celina Minx, Friederike Rykena und Kathrin Siebler brennen mindestens drei Nachwuchstalente aus der ASV-Youngsterschmiede auf Bundesligaeinsätze. Am 27./28. Februar werden sie wegen der zeitgleich stattfindenden Norddeutschen U-18-Meisterschaft wohl noch nicht in Eddas DM-Kader stehen. Es ist aber vorgesehen, sie vorsichtig an die Leistungsspitze heranzuführen, wie es der Faustball-Philosophie des ASV seit Urzeiten entspricht.
„Alles beim Alten“ gilt daher wirklich nur bei völlig oberflächlicher Betrachtung der Bundesligaszene. Unter der Außenhaut brodelt und kocht es im Frauenfaustball, und bereits die DM in Wardenburg könnte wieder unter dem Motto stehen: Nichts ist beständiger als der Wandel - erst recht im Leistungssport! Wer das nicht versteht, ist eine echte Pappnase.