26.10.2008 – Umbruch! Vorschau auf die Männer-Bundesliga (Host Strömer) Soll sich etwa in der Hallensaison 2008/2009 fortsetzen, was wir im Oberhaus des Männerfaustballs in letzter Zeit voller Interesse beobachten?
Umbruchtendenzen, unverkennbar deutliche, kündigten sich schon vor ein, zwei Jahren an: Kolbi zog sich in Brettorf zurück (Was hat das unserem Nachbarn letztlich geschadet?), die Pannewig-Aera ging in Hamm vorbei (Steigen die Westfalen jetzt auch aus der Halle ab?), Diepenaus Einkaufspolitik führte zu einem ständigen Auf und Ab (Wo werden die Hannoverschen in dieser Saison landen?), junge Aufstrebende melden Ansprüche an (Werden aus Essel und Hammah die Teams der Zukunft kommen?). Wir vermuten: Der Umbruch geht weiter!
Welche Rolle der ASV im ebenso unklaren wie spannenden Drama „Erste Liga“ spielen wird, ist dabei von einem ganz anderen Umbruch bestimmt, denn auch das Gefüge unserer Mannschaft „bricht um“! Die „Dreißiger“ schauen langsam in Richtung Ende der Karriere, sind aber immerhin noch im besten Faustballalter. Wichtiger jedoch: Mit Nils Carl, den Meiners-Zwillingen und André Poguntke stehen nur noch vier von ihnen im Kader!
Mit den anderen - stellvertretend seien hier nur Malte Abel und Mats Albrecht genannt - steht und fällt die Zukunft des Männerfaustballs in Ahlhorn. Es liegt eine große Chance darin, dass wir uns aus einem schier unerschöpflichen Brunnen mit frischen Talenten versorgen können, den man im Sport herkömmlich Nachwuchsarbeit nennt. Andernorts ist diese Quelle oft völlig versiegt, zu oft bedient man sich auch in fremden Gewässern und fischt dabei im Trüben.
Wenn aber der Umbruch in Ahlhorn wirklich gelingen soll, ist es auch richtig, die Trainerfrage zu überdenken, wie es die Mannschaft kürzlich tat. Der Wunsch, von der Außenlinie - mehr noch: wirklich von „außen“ - betreut zu werden, wurde vor allem von Till Meiners und Nils Carl selbst ins Team getragen, die mit ihrer kraftraubenden Spielertrainerrolle auch aufgrund ihrer beruflichen Belastung nicht mehr so ganz glücklich waren. Die überraschende Lösung: Ralf Kreye! Er hätte sicher vor wenigen Monaten nicht geahnt, dass er nach erfolgreicher Spieler- und noch effektiverer Trainerkarriere in Moslesfehn und Brettorf nun ausgerechnet beim dritten der ewigen Landkreiskonkurrenten eine weitere Herausforderung suchen und neue Wunder vollbringen will.
Aber was wir brauchen, bringt er mit! Voller Energie, mit dem Willen, Gas zu geben und mit 180 Sachen zu fahren, packt der engagierte 39-jähriger Huntloser aus eingefleischter Faustballfamilie seine neue Aufgabe an, spricht viel mit den Akteuren, begeistert sich für die Ahlhorner Sache und ist heiß auf eine Mannschaft „mit viel Potenzial“. Gut andererseits, dass er sich nicht unter Druck setzen lässt: Ralf und der ASV wollen sich erst einmal bis Ende der Hallenserie aneinander gewöhnen und die Zusammenarbeit dann überdenken.
Nun also ist die Truppe selbst gefragt! Sicherlich wird sich schon in den ersten Begegnungen der Saison, vor allem in den Heimspielen gegen Westfalia Hamm (Sonnabend, 1.11., 16.00 Uhr) und MTV Diepenau (Sonntag, 9.11., 11.00 Uhr), die man durchaus gewinnen könnte, zeigen, welchen Wert der neue Motivator an der Linie in einer Zeit des Umbruchs haben kann.